Ipamorelin, CJC-1295 und Tesamorelin gehören zu den am häufigsten untersuchten Peptiden rund um die Wachstumshormon-Achse (GH). Sie verfolgen dasselbe Forschungsziel – die Stimulation der körpereigenen GH-Ausschüttung – setzen aber an unterschiedlichen Rezeptoren an: Ipamorelin als Ghrelin-/GHS-R-Agonist, CJC-1295 und Tesamorelin als GHRH-Analoga.
Prof. Dr. Sara Rohmeyer | Biohacking-Spezialistin, Harvard University
Was unterscheidet GHS und GHRH-Analoga?
Ipamorelin imitiert das Hormon Ghrelin und bindet den GHS-Rezeptor 1a. CJC-1295 und Tesamorelin imitieren dagegen das Wachstumshormon-freisetzende Hormon (GHRH) und binden den GHRH-Rezeptor der Hypophyse. Beide Wege führen zur GH-Freisetzung, aktivieren aber unterschiedliche Signalkaskaden – weshalb GHS und GHRH-Analoga in der Forschung häufig kombiniert betrachtet werden.
Wie wirken die drei im Detail?
Ipamorelin gilt als hochselektives Pentapeptid, das GH ohne nennenswerte Begleitausschüttung von Cortisol oder Prolaktin freisetzt. CJC-1295 ist ein GHRH-Analogon, das in der Variante mit DAC (Drug Affinity Complex) eine stark verlängerte Halbwertszeit aufweist. Tesamorelin ist ein stabilisiertes GHRH(1-44)-Analogon mit Hexenoyl-Modifikation und das klinisch am besten charakterisierte der drei – vor allem in der Viszeralfett-Forschung.
Was zeigt die Forschung?
Ipamorelin wurde von Raun et al. (1998; PMID: 9849822) als selektives GH-Sekretagogum charakterisiert. Für CJC-1295 zeigten Teichman et al. (2006, J Clin Endocrinol Metab) eine anhaltende Erhöhung von GH und IGF-1. Tesamorelin reduzierte in der Studie von Falutz et al. (2007; PMID: 18057338) das viszerale Fettgewebe deutlich. Damit decken die drei Peptide unterschiedliche, gut dokumentierte Facetten der GH-Forschung ab.
Vergleichstabelle: Ipamorelin vs. CJC-1295 vs. Tesamorelin
| Eigenschaft | Ipamorelin | CJC-1295 | Tesamorelin |
|---|---|---|---|
| Klasse | GHS (Ghrelin-Mimetikum) | GHRH-Analogon | GHRH-Analogon |
| Rezeptor | GHS-R1a | GHRH-Rezeptor | GHRH-Rezeptor |
| Besonderheit | hohe Selektivität | lange Halbwertszeit (mit DAC) | klinisch am besten belegt |
Welche Kombination untersucht die Forschung?
Häufig wird ein GHRH-Analogon (CJC-1295 oder Tesamorelin) mit einem GHS (Ipamorelin) kombiniert, da beide Rezeptorwege die GH-Ausschüttung additiv verstärken können. Steckbriefe: Ipamorelin, CJC-1295 und Tesamorelin; im Shop verfügbar sind Ipamorelin und Tesamorelin.
Oral und nicht-peptidisch: Eine Sonderstellung nimmt MK-677 (Ibutamoren) ein – ein oral aktiver, nicht-peptidischer GHS-R-Agonist, der mechanistisch dem Ipamorelin nahesteht, aber deutlich länger wirkt und – anders als die hier verglichenen Peptide – kein Peptid ist.
Häufige Fragen
- Was ist der Unterschied zwischen GHS und GHRH-Analoga?
- GHS (z. B. Ipamorelin) imitieren Ghrelin und binden den GHS-R1a; GHRH-Analoga (CJC-1295, Tesamorelin) imitieren GHRH und binden den GHRH-Rezeptor.
- Warum werden sie kombiniert?
- Weil die beiden Rezeptorwege unterschiedlich ansetzen und sich die GH-Ausschüttung dadurch additiv verstärken kann.
- Wofür sind diese Verbindungen bestimmt?
- Ausschließlich für die Laborforschung. Nicht zur Anwendung am Menschen oder Tier, nicht zu diagnostischen oder therapeutischen Zwecken.
Dieser Beitrag dient ausschließlich Forschungs- und Informationszwecken. Die beschriebenen Verbindungen sind nicht für die menschliche Anwendung bestimmt.
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